Heimat-und Geschichtsverein Offdilln e.V.
Heimat-und Geschichtsverein Offdilln e.V.

Haubergsland―Heimatland Schönes Land

Einige Betrachtungen über den Jahrhunderte alten Hauberg.  

„Die höchsten Berge sind mit Korn besät, werden gebrannt, gehackt und es wachsen Eichen und Bir-ken unter dem Korn gleich hervor. Sehr viele Hayne oder Hauberge, die 16 Jahr stehen gelassen werden, da denn die Birken, Ginster und Eichen sehr dicht wachsen, daß die wolfe drinnen nisten item fuchse und wilde Katzen. Von jungen Eichen gehen oft wohl 12 aus einer Wurzel und werden alle ziemlich dick. Die Lohgerber nehmen die Rinde von den jungen Eichen, so viel besser zur Lohe als die alten.... - Tannen oder Fichten sind wenig oder keine hie.

Das Holtz nimmt man auch zum Kohlen, sodann das Holtz perpendicular (= senkrecht) stellt, oben anzundet, so es brennt, deckt und neben löcher hinein stößt, so glimmt unter der Erde (der Meiler wurde mit Erde abgedeckt) das Feuer durch das Holtz bis alles zu Kohlen gebrannt ist.

Nachdem man im Dillenburgischen angehoben (angefangen) Hayne oder Hauberge zu machen, erholt sich das Landvolck. Die Hauberge sind stets ein sicher Capital und verzinsen sich wohl. Werden alle gehackt, nicht gepflügt“.

So ist es in den Aufzeichnungen von Johann Christian Senckenberg zu lesen, die er um 1736, also vor rund 270 Jahren, niederschrieb und woraus hier einige Auszüge wiedergegeben werden, denen man in Bezug auf den von ihm klar erkannten wirtschaftlichen Wert dieser Waldform für die damals hier lebende Bevölkerung nichts hinzufügen muß. Seine Ausführungen sind auch deshalb interessant, weil sie eine recht detaillierte Darstellung unseres Haubergslandes aus einer Zeit wiedergeben, aus der sonst sehr wenige schriftliche Informationen diesbezüglich vorhanden sind. 

Über eine Sache hat Senckenberg aber nicht berichtet. Unerwähnt blieb bei ihm eine einst für das gesamte Haubergsgebiet charakteristische Tätigkeit, die von einer Anzahl von Spezialisten praktiziert wurde. Diese spezielle Arbeit, der man mit ziemlicher Sicherheit den Beginn der Haubergswirtschaft zurechnen kann und die man als eigentlichen Grund für die Entstehung der Hauberge betrachten muß, ist die Arbeit der seit vorchristlicher Zeit bis ins ausgehende fünfzehnte Jahrhundert in unseren Bergen und Tälern tätigen Eisenschmelzern und Waldschmieden.

 

Sie hatten also schon seit beinahe 300 Jahren ihr Wirken in den Wäldern links und rechts von Haincher-Höhe und Kalteiche eingestellt, als Senckenberg die Haubergsregion  besuchte. Er konnte sie also selbst nicht mehr wahrnehmen, hätte aber die alten Schlackenplätze und Pochstellen an deren ehemaligen Wirkungsstätten noch in Augenschein nehmen können. Nun, vielleicht machte ihn  nie-mand auf diese früheren Zusammenhänge von Eisenindustrie und Haubergen aufmerksam, die auch zum  Zeitpunkt des Senckenberg‘schen Besuches durch die nach wie vor erforderliche Verwendung von Holzkohle bei der Eisenverhüttung noch immer gegeben waren. 

Auch heute sind diese Relikte ehemaliger Eisengewinnung noch überall in den Haubergen und Hoch-wäldern zu finden. Aber wahrscheinlich war Senckenberg zu sehr Botaniker, um sich mit derart ökonomischen Zusammenhängen ausführlich zu befassen.

Soweit die Bemerkungen über die alten Schmelzöfen und die mutmaßlichen Anfängen der Haubergswirtschaft.

 

Der große Naturwissenschaftler Johann Christian Senckenberg, er ist ja bekanntlich der Namensgeber des Senckenbergmuseums in Frankfurt, hatte im August 1736 für mehrere Wochen das Siegerland bereist und dabei auch einige Zeit auf Schloß Hainchen zugebracht, also in unmittelbarer Nachbar-schaft zu unserem Haubergsgebiet. Schon bei seiner Anreise, sie erfolgte über Dillenburg und die Kalteiche, waren ihm die Hauberge aufgefallen. Dazu wäre zu sagen, daß das damalige Haubergs-gebiet alle heute zur Stadt Haiger gehörenden Gemeinden einschloß.

Diese ihm bis dahin unbekannte Art der Waldnutzung, und die dadurch entstandene Einzigartigkeit der Landschaft, waren wohl ausschlaggebend für seine intensiven Studien, die er dann während seines Siegerlandbesuches vollzog. Seine in den Haubergen gemachten Beobachtungen, die bis in das Gebiet östlich von Haincher Höhe und Kalteiche reichten, hat er zu Papier gebracht. Darunter sind auch viele Beschreibungen von heute noch dort vorhandenen Pflanzen.

Soviel zum Besuch des berühmten Gelehrten im Haubergsgebiet von Nassau-Dillenburg und Nassau-

Siegen im Jahre 1736. Eine Stelle in seinen Ausführungen sollte man aber doch etwas näher

betrachten, und zwar die: „....nachdem man im Dillenburgischen angehoben Hayne oder Hauberge zu

machen, erholt sich das Landvolck“. Das bedeutet ja nichts anderes, als daß es den Leuten, oder sagen

wir besser, dem Teil der Bevölkerung, welche damals Haubergswirtschaft betrieben, gut ging.

- Sie hatten sich erholt! -

 

Eines muß man ganz klar herausstellen. Das Wohlergehen der heimischen Bevölkerung hing die

ganzen Jahrhunderte hindurch, ja man kann sagen bis zum Beginn des Vorletzten, in der Hauptsache von einem Funktionieren der Haubergswirtschaft ab. Es war untrennbar mit ihr zusammengewachsen. Die hier lebenden Kleinbauern, denen ihre dürftigen Äcker nur eine unzureichende Existenz bieten konnten, waren durch die aus der Haubergsarbeit resultierenden Einnahmequellen auf Gedeih und Verderb mit ihren Haubergen verbunden. Darum war auch der gesamte Arbeitsrhythmus dieser Leute während des ganzen Jahres auf den Hauberg fixiert.

Da war eine Menge Arbeit zu bewältigen, über die wir uns einmal einen kurzen Überblick verschaffen wollen. Im März begann das Haubergsjahr mit der Haubergsteilung - „der Haa wur gedrommed“. An-schließend wurde „geraumet“, in einigen Dörfern „geremmet“, womit das Entfernen des dünnen und dürren Unterholzes gemeint ist, und danach alles sich im Hauberg befindende Holz, außer den Eichen, gefällt. Jetzt hatte man Bewegungsfreiheit für das Schälen der Eichenlohe, dem „Luhschleiße“, womit, je nach Witterungsverlauf, im Mai begonnen wurde. War die Lohe geerntet, ging die Haubergsarbeit mit dem Fällen der geschälten Eichen weiter, woran sich das Beifahren des gesamten Kohlholzes nach den einzelnen Meilerplätzen anschloß. Gleichzeitig mit dem Erstellen der Kohlenmeiler, was ausschließlich Männerarbeit war, wurde der Hauberg „gehackt“.

Das bedeutete, daß von dem Haubergsboden Wasen, Gras, Laub und aller Bewuchs, außer den jungen Trieben, entfernt und auf Haufen getragen wurde. Bei dieser umfangreichen Tätigkeit mußte die ge-samte Dorfbevölkerung mit einbezogen werden. Im August hieß es dann „der Hain wird gebrannt“, jetzt wurden die zusammengetragenen Haufen durch Verbrennen beseitigt, und die dabei entstandene Asche als Düngung über den Haubergsboden verteilt. Den gebrannten Hauberg nannte man einen „Brandhain“. Für die im Frühherbst stattfindende Aussaat des Haubergskornes war nun alles gerichtet (darauf wird noch näher eingegangen).

Wenn man bedenkt, was neben diesen in recht groben Zügen hier aufgezählten Haubergsarbeiten sonst noch alles an Arbeit anfiel - man braucht nur an die Landwirtschaft zu denken - dann kann man leicht erkennen, daß unsere Vorfahren an Mühsal und Plagerei durchaus keinen Mangel hatten.

 

Eine ganz wichtige ökonomische Rolle spielte der Viehbestand bei unseren Altvorderen, der aber wiederum im Zusammenhang mit den Haubergen gesehen werden muß. Denn sowohl die Großvieh-herde wie auch die dörfliche Schafherde wurden zur Beweidung dorthin ausgetrieben.

Wie wichtig dieser Weidebetrieb für den Viehbestand der einzelnen Ortschaften war, lassen die vielen Streitigkeiten der einzelnen Haubergsdörfer untereinander erkennen, die wegen der Viehhute entstan-den waren, und die uns anhand von alten Urkunden im Staatsarchiv Wiesbaden übermittelt werden. Die letzten Zwistigkeiten dieser Art, hier zwischen Offdilln und Oberroßbach, sowie zwischen Nieder-und Oberroßbach, konnten erst Anfang des 19. Jahrhunderts ausgeräumt werden.

 

Hauberge , Hirten und Herdengeläut, das sind drei Begriffe, die jahrhundertelang das Bild unserer Heimat prägten und die untrennbar miteinander verbunden waren.

Mit dem Herdengeläut wollen wir uns nun etwas näher beschäftigen und ihm einige Gedankengänge widmen. Das Herdengeläut schlechthin war auch in anderen Gegenden als Bestanteil des bäuerlichen Weidebetriebes vorhanden und ist es mancherorts noch heute.

Wenn man aber das Herdengeläut unserer Heimat näher in Augenschein nimmt, stellt man an den vielen Besonderheiten fest, daß diesem eine gewisse Eigenstellung zukommt und es ein Teil bäuerlichen Brauchtums in unserem Haubergsgebiet war. Eine Besonderheit war z.B. der Unterschied in der Beschaffenheit dieses Geläutes gegenüber dem aus anderen Regionen.

Während dort die Kuhglocken allesamt gegossen waren und an einem Lederriemen am Hals des Tieres hingen, waren die hiesigen Schellen geschmiedet (man denke an die Schellenschmiede des Dorfes Grund im Siegerland). Jede von ihnen hing einzeln an einem aus eichenem Haubergsholz geschnitzten Bügel, dem „Schellenbügel“, welcher mit wunderschönem Schnitzwerk und bunter Bemalung verziert war. Ein einfaches Herdengeläut bestand aus 15 Schellen, die klanglich vollkommen aufeinander abgestimmt waren. Die Ais-Schelle war die größte davon und hatte den dumpfesten Klang. Sie wurde stets von einer älteren Kuh getragen.  An dieser Stelle sei auch an das „Schellentragen“ erinnert, das jedes Frühjahr am ersten Tag des Viehaustriebes stattfand und wobei das komplette Herdengeläut von

den älteren Schulbuben durch das ganze Dorf getragen wurde.

Wenn man die Ausdehnung der Geläute einige Jahrzehnte vor dem Erlöschen des Weidebetriebes

betrachtet, kann man feststellen, daß ihr Verbreitungsgebiet deckungsgleich mit dem der Haubergs-wirtschaft war. Dieser Zusammenhang läßt sich aber noch tiefer ergründen. So vertritt Hörmann - ein exzellenter Erforscher von Herdengeläuten - die Meinung, ein in alten Sach- und Namensüberlieferun-gen stehendes Herdengeläut sei immer ein Merkmal von altem Freibauerntum, was wiederum die These vom Land der freien Männer an Dill und Roßbach unterstreichen würde.

Bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war noch der wunderschön abgestimmte Schel-lenklang in und von den Haubergen zu hören. Dann aber verschwanden Herden und Herdengeläut innerhalb kurzer Zeit aus unseren Dörfern und Bergen.    

 

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt für die Ernährung unserer Vorfahren war die Behainung der jungen Hauberge mit „Haakorn“ (Hainkorn). Die Aussaat von Buchweizen, „Heidloff“ war sein im Land gebräuchlicher Name, hat dagegen, soweit es unsere Gegend anbelangt, nur eine geringe Bedeutung besessen. Vielleicht mag das im späten Mittelalter - erst seit dem 15. Jahrhundert ist die zu den Knöterichgewächsen gehörende Pflanze in Deutschland bekannt - anders gewesen sein, doch in späterer Zeit fungierte der „Heidloff“ sozusagen nur als Lückenfüller.

Das geschah in der Hauptsache dann, wenn man mit den Vorbereitungen für die neue Aussaat im jungen Hauberg, nämlich mit dem hacken, dem Brasen brennen und dem hoachen, nicht rechtzeitig fertig wurde und somit das herbstliche Säen des Hainkornes unterbleiben mußte. Dann wurde im nächsten Frühjahr anstatt des weniger ergiebigen Sommerroggens meistens Buchweizen ausgesät.

 

- Die höchsten Berge sind mit Korn besät – so war es ganz am Anfang zu lesen. Was muß das für ein prächtiges Bild gewesen sein; der ganze einjährige Hauberg ein einziges Ährenmeer, nur unterbrochen von den frisch ausgeschlagenen „Bredden“, den neuen Trieben. Und kein Blick wurde verstellt von irgendwelchen Nadelbäumen, denn „Tannen und Fichten sind wenig oder keine hie“, so steht es im Senckenbergschen Bericht.

Von der Haincher Höhe bis zur Tiefenrother Höhe, vom Bolzenberg bis hin zum Alteberg und vom Barmbergs Kopf bis zum Knochen alles lauter Hauberge. Und Teile davon waren, je nach Abtriebs-rhythmus, im Spätsommer vollgestellt mit „Kornhausten“ aus frisch geernteten Garben. Welch ein grandioser Anblick hat sich dem damaligen Betrachter geboten.

Daß sich hierüber auch schon frühere Generationen gefreut haben, bezeugt eine Stelle in „Aus der Beschreibung des Amtes Ebersbach von 1785“. Da heißt es: „So trifft man in jeder Gemarkung einen einjährigen, 2, 3 und sofort mehrjährigen Hau an. Man ziehet alles Holz von seiner Jugend bis zu seinem Alter. Freude gewährt der Anblick Jedem, allda fruchtbare Felder zu sehen, wo er vorher nichts als Waldungen – und Waldungen zu sehen, wo er sonst Fruchtfelder sah“. 

Zur Schonung der jungen Stockausschläge wurde das Hainkorn generell nur mit der Sichel gemäht. Das gedroschene Stroh davon soll sich, laut mündlicher Überlieferung der Alten, ganz vorzüglich zum Decken von Strohdächer geeignet haben.

 

Im Jahre 1311 wird in einer Urkunde erstmals die Eichenlohe als Gerbmittel erwähnt, was aber nicht bedeuten muß, daß man sie  erst ab dieser Zeit zum Gerben gebrauchte. Für die Haubergsbauern jedenfalls wurde die Gewinnung von Lohrinde zu einer sehr wichtigen und auch sicheren Einname-quelle. Die heimischen Gerbereien, und davon gab es zahlreiche, waren auf  sie angewiesen und garantierten dadurch ihre Abnahme. Aber so um 1890 zogen sich – wieder einmal -  dunkle Wolken über unserer Haubergswirtschaft zusammen. Aus Argentinien wurde das Quebrachoholz eingeführt, das sich mit seinem Säuregehalt sehr gut zum Gerben eignete. Und da es vor allen Dingen viel billiger als die Eichenlohe war, war diese auf einmal nicht mehr gefragt. Eine ganz wichtige Einnahmequelle der Haubergsleute war damit trocken gelegt worden.

Es wurde zwar in kommenden Jahren immer wieder Eichenlohe verwendet, vor allem in Not- und Kriegszeiten, doch bei weitem nicht mehr in dem Umfang wie früher.

Die letzte Lohe hat man, soweit es Offdilln betrifft, 1965 im Hauberg „hinter der Mühle“ geschält.

Damals war aber nicht die Lohe das gefragte Objekt, sonder das beim Gartenmöbelbau benötigte  Eichenschälholz. 

 

Eine weitere Arbeit aus den Ursprüngen der Haubergsgeschichte, und die bei weitem ertragreichste,

war die Gewinnung von Holzkohle, ein in früheren Zeiten unentbehrliches Produkt bei der Eisen-

verhüttung. Die halbrunden Abflachungen, die man noch überall in unseren Wäldern findet, geben Zeugnis von ihrer Herstellung. „Koolnkaute“ nennt der Volksmund diese Plätze, wo bis zur Wende zum 20. Jahrhundert noch die Kohlenmeiler glimmten, denn brennen durften sie nicht, sonst war der ganze „Kool“ verdorben. Das Bild dieser Kohlenmeiler, auch als Platzmeiler bezeichnet, kennt man vielleicht von Abbildungen oder von Besichtigungen bestimmter Meilerstellen, wo heute noch regelmäßig Holzkohle für private Verbraucher erzeugt wird. Diese Platzmeiler hatten aber Vorgänger, die im frühen und hohen Mittelalter im Gebrauch waren und eine ganz andere Beschaffenheit hatten.  In sogenannten Grubenmeilern, etwa einen halben Meter tiefen Erdlöcher mit einem Durchmesser von rund zwei Metern, stapelte man das benötigte Holz und verkohlte es. Solche Meiler befanden sich fast immer in der Nähe der damaligen Schmelzöfen.

 

Das Kohlebrennen war, wie schon festgestellt, zusammen mit der Lohegewinnung, eine der Haupt-

einnahmequellen der Haubergsbauern. Wurden diese Erzeugnisse gut verkauft, dann lachten immer

blanke Gulden. Man mußte sie nur vorher selbst zu den Abnehmern hinbringen, was mittels Ochsen-gespann geschah. Die Eichenlohe erhielten die Haigerer und Dillenburger Gerbereien und die Holzkohle fuhr man nach den Hütten in Ebersbach, Haiger und Eibelshausen, teilweise auch zur Isabellen-Hütte nach Dillenburg.

In den 1860er Jahren widerfuhr der Köhlerei eine dramatische Veränderung, die fast schon einer Katastrophe gleichkam und die Haubergsköhler vor unlösbare Probleme stellte. Mit erfolgtem Eisen-bahnbau - besondere Auswirkung hatte die Strecke Köln-Betzdorf-Gießen - war eine Verbindung zu den auswärtigen Steinkohlezechen hergestellt worden. Damit erhielt die  Eisenverhüttungsindustrie die Möglichkeit, von der Holzkohle auf die viel billigere Steinkohle überzugehen. Dem Hauberg, der jahrhundertelang eine ganz wesentliche Rolle im heimischen Wirtschaftsleben gespielt hatte, ging damit seine wichtigste Existenzgrundlage verloren.

 

Die damalige Haubergswirtschaft war ja eine auf ganz bestimmte Zwecke gerichtete, den Bedürfnis-sen der im Haubergsgebiet lebenden Menschen angepaßte intensive Waldnutzung, die übrigens im gesamten deutschsprachigen Bereich ohne Beispiel war und immer noch ist. Und dieser Haubergs-wirtschaft wurden im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts durch den Verlust von Holzkohle und Eichenlohe ganz brutal ihre Lebensadern entzogen, wovon sie sich nicht wieder erholen sollte.

Zwar war der Köhlerei kein abruptes Ende beschert; sie war vielmehr, so würde man es heute nennen, ein Auslaufmodell. Nur bei ganz speziellen Wärmebehandlungen und Schmelzvorgängen wurde die Holzkohle noch verwendet, daher blieb ihr Verbrauch auf geringe Mengen beschränkt. Der letzte Köhler in Offdilln war Friedrich Schmidt, „d‘r Mellersch Friedrich“, der noch bis um 1925 Holzkoh-len an die optische Industrie lieferte. Die Stelle, an der seine Meiler rauchten, ist noch gut im Gelände erkennbar.

 

So blieb von der einst blühenden und gut funktionierenden Haubergswirtschaft  mit ihren verschiede-nen Wirtschaftsformen nicht mehr allzuviel übrig. Bis zum 2. Weltkrieg hat man die Behainung der Hauberge mit Haubergskorn beibehalten; sie wurde sogar in der Arbeitslosenzeit der 1920er und 30er Jahre stark intensiviert, dann aber gänzlich eingestellt. Lediglich direkt nach dem Krieg sind noch einmal, ganz individuell, kleinere Haubergsparzellen bei verschiedenen Dörfern mit Korn eingesät worden.

 

Die Zeiten, wo unser Hauberg der Garant für Lohn und Brot war und damit für ein relatives Wohlerge-hen der hier lebenden Menschen sorgte, sind seit vielen Jahrzehnten vorüber. Aus der früher so vielseitigen Haubergsnutzung ist nur noch die Holzgewinnung übrig geblieben, die übrigens in den Zeiten der florierenden einheimischen Gartenmöbelindustrie, soweit es das Eichenholz betraf, recht lukrativ war. Seitdem diese aber seit einigen Jahren stagniert, bzw. andere Holzarten verwendet, hat sich deren Bedarf an Haubergseichen enorm reduziert. Somit ist auch dieser, in finanzieller Hinsicht recht gute Anreiz für die Haubergsarbeit nur noch in geringem Maße vorhanden. Geblieben ist hauptsächlich die Nutzung für Brennholz.

 

Eines hat sich aber auch nach vielen Jahrhunderten im Haubergsgebiet nicht geändert: die Schönheit dieser Landschaft. Obwohl manches von Menschenhänden verändert wurde und teilweise ganze Hauberge durch Bepflanzung mit anderen Baumarten regelrecht entstellt worden sind, hat sich unser Haubergsland sein charakteristisches, einmaliges Aussehen bis zum heutigen Tage größtenteils bewahren können.

Zwar sind die alten Viehtriften mit ihrem Wacholder-, Heidekraut- und Arnikabewuchs nicht mehr vorhanden, und auch die dort vom Vieh in hunderten von Jahren getretenen „Päädchen“ sind ver-schwunden oder kaum noch erkennbar. Aber geblieben ist der jedes Jahr wiederkehrende Aspekt der frisch geschlagenen Hauberge mit den oft atemberaubenden Fernblicken, die uns diese, nun vorübergehend baumfreien, Haubergsteile ermöglichen.

 

 

Geblieben ist auch die mannigfaltige, artenreiche Haubergsflora und –fauna mit oft sehr seltenen Exemplaren, die schon Senckenberg vor 270 Jahren fasziniert haben und die man hier nicht alle aufzuzählen vermag.

Aber eines vermögen wir! Wir können uns dafür einsetzen, daß diesen Haubergspflanzen und der mit ihnen im Einklang lebenden Tierwelt, kein weiterer Lebensraum mehr entzogen wird. Und daß die noch vorhandenen wunderschönen und einzigartigen heimischen Landschaftsbilder für alle Zeiten erhalten bleiben und nicht durch andere Waldformen vernichtet werden. Hierbei mitzuwirken, und nicht jeder geplante Veränderung der Haubergslandschaft kritiklos zustimmen, sollte ein Anliegen der gesamten Öffentlichkeit sein.

 

              H.S.   

 

Quellen: Karl Löber, Johann Christian Senckenberg 1736 im Siegerland.

              Beschreibung des Amtes Ebersbach in 1785 durch Pfr. Dapping und

              Amtmann Becker.

 

Gedicht von Harro Schäfer

E ganz fadales Gastmohl

(owwer der ganz normale Imgang)

D‘r Schnejj feel Zentnerweise        Wot soll da vill bassejjern,

bedeckte Mäus on Groos.                  su denktet schließlich, nou,

Et gob naud mie ze beise;                  hä weerd säch schuuz schinnejjern

do droff d‘r Fochs de Hoos.              mir örjend wot ze dou.

 

Flugs saade der zom Häsche             Se koome noh er Ecke

äch loore däch zom Schmaus!           aach onne uh im Haus;

On off e ganz goud Gläsche,              do worr naud ze endecke,

lärd onne ih mei Haus.                      vu gourem Drank on Schmaus.

 

Do saan äch herzlich danke,              Verwonnert saad et Häsche:

su schwätzt et Häsche schieh;            Herr Fochs, wot ess geschieh?

on ess dobei um schwanke                 Merr kaa kann Dosch, kaa Gläsche

ob et aach bet sehl gie.                      on aach kann Deller sieh.

 

                           

                                 Häj will äch owwer ässe

                                 saad droff der rure Lomb;

                                 on hot de Hoos gefrässe 

                                 bet Hoarn on Romb on Stomb.

      Die alte Grenze am Herzogsweg

                 Schönes Land

        Haubergsland - Heimatland

Einige Betrachtungen über den Jahrhunderte alten Hauberg.

 

„Die höchsten Berge sind mit Korn besät, werden gebrannt, gehackt und es wachsen Eichen und Bir-ken unter dem Korn gleich hervor. Sehr viele Hayne oder Hauberge, die 16 Jahr stehen gelassen werden, da denn die Birken, Ginster und Eichen sehr dicht wachsen, daß die wolfe drinnen nisten item fuchse und wilde Katzen. Von jungen Eichen gehen oft wohl 12 aus einer Wurzel und werden alle ziemlich dick. Die Lohgerber nehmen die Rinde von den jungen Eichen, so viel besser zur Lohe als die alten.Aber eines vermögen wir! Wir können uns dafür einsetzen, daß diesen Haubergspflanzen und der mit ihnen im Einklang lebenden Tierwelt, kein weiterer Lebensraum mehr entzogen wird. Und daß die noch vorhandenen wunderschönen und einzigartigen heimischen Landschaftsbilder für alle Zeiten erhalten bleiben und nicht durch andere Waldformen vernichtet werden. Hierbei mitzuwirken, und nicht jeder geplante Veränderung der Haubergslandschaft kritiklos zustimmen, sollte ein Anliegen der gesamten Öffentlichkeit sein... - Tannen oder Fichten sind wenig oder keine hie.

Das Holtz nimmt man auch zum Kohlen, sodann das Holtz perpendicular (= senkrecht) stellt, oben anzundet, so es brennt, deckt und neben löcher hinein stößt, so glimmt unter der Erde (der Meiler wurde mit Erde abgedeckt) das Feuer durch das Holtz bis alles zu Kohlen gebrannt ist.

Nachdem man im Dillenburgischen angehoben (angefangen) Hayne oder Hauberge zu machen, erholt sich das Landvolck. Die Hauberge sind stets ein sicher Capital und verzinsen sich wohl. Werden alle gehackt, nicht gepflügt“.

So ist es in den Aufzeichnungen von Johann Christian Senckenberg zu lesen, die er um 1736, also vor rund 270 Jahren, niederschrieb und woraus hier einige Auszüge wiedergegeben werden, denen man in Bezug auf den von ihm klar erkannten wirtschaftlichen Wert dieser Waldform für die damals hier lebende Bevölkerung nichts hinzufügen muß. Seine Ausführungen sind auch deshalb interessant, weil sie eine recht detaillierte Darstellung unseres Haubergslandes aus einer Zeit wiedergeben, aus der sonst sehr wenige schriftliche Informationen diesbezüglich vorhanden sind. 

Über eine Sache hat Senckenberg aber nicht berichtet. Unerwähnt blieb bei ihm eine einst für das gesamte Haubergsgebiet charakteristische Tätigkeit, die von einer Anzahl von Spezialisten praktiziert wurde. Diese spezielle Arbeit, der man mit ziemlicher Sicherheit den Beginn der Haubergswirtschaft zurechnen kann und die man als eigentlichen Grund für die Entstehung der Hauberge betrachten muß, ist die Arbeit der seit vorchristlicher Zeit bis ins ausgehende fünfzehnte Jahrhundert in unseren Bergen und Tälern tätigen Eisenschmelzern und Waldschmieden.

 

Sie hatten also schon seit beinahe 300 Jahren ihr Wirken in den Wäldern links und rechts von Haincher-Höhe und Kalteiche eingestellt, als Senckenberg die Haubergsregion  besuchte. Er konnte sie also selbst nicht mehr wahrnehmen, hätte aber die alten Schlackenplätze und Pochstellen an deren ehemaligen Wirkungsstätten noch in Augenschein nehmen können. Nun, vielleicht machte ihn  nie-mand auf diese früheren Zusammenhänge von Eisenindustrie und Haubergen aufmerksam, die auch zum  Zeitpunkt des Senckenberg‘schen Besuches durch die nach wie vor erforderliche Verwendung von Holzkohle bei der Eisenverhüttung noch immer gegeben waren. 

Auch heute sind diese Relikte ehemaliger Eisengewinnung noch überall in den Haubergen und Hoch-wäldern zu finden. Aber wahrscheinlich war Senckenberg zu sehr Botaniker, um sich mit derart ökonomischen Zusammenhängen ausführlich zu befassen.

Soweit die Bemerkungen über die alten Schmelzöfen und die mutmaßlichen Anfängen der Haubergswirtschaft.

 

Der große Naturwissenschaftler Johann Christian Senckenberg, er ist ja bekanntlich der Namensgeber des Senckenbergmuseums in Frankfurt, hatte im August 1736 für mehrere Wochen das Siegerland bereist und dabei auch einige Zeit auf Schloß Hainchen zugebracht, also in unmittelbarer Nachbar-schaft zu unserem Haubergsgebiet. Schon bei seiner Anreise, sie erfolgte über Dillenburg und die Kalteiche, waren ihm die Hauberge aufgefallen. Dazu wäre zu sagen, daß das damalige Haubergs-gebiet alle heute zur Stadt Haiger gehörenden Gemeinden einschloß.

Diese ihm bis dahin unbekannte Art der Waldnutzung, und die dadurch entstandene Einzigartigkeit der Landschaft, waren wohl ausschlaggebend für seine intensiven Studien, die er dann während seines Siegerlandbesuches vollzog. Seine in den Haubergen gemachten Beobachtungen, die bis in das Gebiet östlich von Haincher Höhe und Kalteiche reichten, hat er zu Papier gebracht. Darunter sind auch viele Beschreibungen von heute noch dort vorhandenen Pflanzen.

Soviel zum Besuch des berühmten Gelehrten im Haubergsgebiet von Nassau-Dillenburg und Nassau-Siegen im Jahre 1736. Eine Stelle in seinen Ausführungen sollte man aber doch etwas näher betrachten, und zwar die: „....nachdem man im Dillenburgischen angehoben Hayne oder Hauberge zu machen, erholt sich das Landvolck“. Das bedeutet ja nichts anderes, als daß es den Leuten, oder sagen

wir besser, dem Teil der Bevölkerung, welche damals Haubergswirtschaft betrieben, gut ging.

- Sie hatten sich erholt! -

 

Eines muß man ganz klar herausstellen. Das Wohlergehen der heimischen Bevölkerung hing die ganzen Jahrhunderte hindurch, ja man kann sagen bis zum Beginn des Vorletzten, in der Hauptsache von einem Funktionieren der Haubergswirtschaft ab. Es war untrennbar mit ihr zusammengewachsen. Die hier lebenden Kleinbauern, denen ihre dürftigen Äcker nur eine unzureichende Existenz bieten konnten, waren durch die aus der Haubergsarbeit resultierenden Einnahmequellen auf Gedeih und Verderb mit ihren Haubergen verbunden. Darum war auch der gesamte Arbeitsrhythmus dieser Leute während des ganzen Jahres auf den Hauberg fixiert.

Da war eine Menge Arbeit zu bewältigen, über die wir uns einmal einen kurzen Überblick verschaffen wollen. Im März begann das Haubergsjahr mit der Haubergsteilung - „der Haa wur gedrommed“. An-schließend wurde „geraumet“, in einigen Dörfern „geremmet“, womit das Entfernen des dünnen und dürren Unterholzes gemeint ist, und danach alles sich im Hauberg befindende Holz, außer den Eichen, gefällt. Jetzt hatte man Bewegungsfreiheit für das Schälen der Eichenlohe, dem „Luhschleiße“, womit, je nach Witterungsverlauf, im Mai begonnen wurde. War die Lohe geerntet, ging die Haubergsarbeit mit dem Fällen der geschälten Eichen weiter, woran sich das Beifahren des gesamten Kohlholzes nach den einzelnen Meilerplätzen anschloß. Gleichzeitig mit dem Erstellen der Kohlenmeiler, was ausschließlich Männerarbeit war, wurde der Hauberg „gehackt“.

Das bedeutete, daß von dem Haubergsboden Wasen, Gras, Laub und aller Bewuchs, außer den jungen Trieben, entfernt und auf Haufen getragen wurde. Bei dieser umfangreichen Tätigkeit mußte die ge-samte Dorfbevölkerung mit einbezogen werden. Im August hieß es dann „der Hain wird gebrannt“, jetzt wurden die zusammengetragenen Haufen durch Verbrennen beseitigt, und die dabei entstandene Asche als Düngung über den Haubergsboden verteilt. Den gebrannten Hauberg nannte man einen „Brandhain“. Für die im Frühherbst stattfindende Aussaat des Haubergskornes war nun alles gerichtet (darauf wird noch näher eingegangen).

Wenn man bedenkt, was neben diesen in recht groben Zügen hier aufgezählten Haubergsarbeiten sonst noch alles an Arbeit anfiel - man braucht nur an die Landwirtschaft zu denken - dann kann man leicht erkennen, daß unsere Vorfahren an Mühsal und Plagerei durchaus keinen Mangel hatten.

 

Eine ganz wichtige ökonomische Rolle spielte der Viehbestand bei unseren Altvorderen, der aber wiederum im Zusammenhang mit den Haubergen gesehen werden muß. Denn sowohl die Großvieh-herde wie auch die dörfliche Schafherde wurden zur Beweidung dorthin ausgetrieben.Wie wichtig dieser Weidebetrieb für den Viehbestand der einzelnen Ortschaften war, lassen die vielen Streitigkeiten der einzelnen Haubergsdörfer untereinander erkennen, die wegen der Viehhute entstan-den waren, und die uns anhand von alten Urkunden im Staatsarchiv Wiesbaden übermittelt werden. Die letzten Zwistigkeiten dieser Art, hier zwischen Offdilln und Oberroßbach, sowie zwischen Nieder-und Oberroßbach, konnten erst Anfang des 19. Jahrhunderts ausgeräumt werden.

 

Hauberge , Hirten und Herdengeläut, das sind drei Begriffe, die jahrhundertelang das Bild unserer Heimat prägten und die untrennbar miteinander verbunden waren. Mit dem Herdengeläut wollen wir uns nun etwas näher beschäftigen und ihm einige Gedankengänge widmen. Das Herdengeläut schlechthin war auch in anderen Gegenden als Bestanteil des bäuerlichen Weidebetriebes vorhanden und ist es mancherorts noch heute. Wenn man aber das Herdengeläut unserer Heimat näher in Augenschein nimmt, stellt man an den vielen Besonderheiten fest, daß diesem eine gewisse Eigenstellung zukommt und es ein Teil bäuerlichen Brauchtums in unserem Haubergsgebiet war. Eine Besonderheit war z.B. der Unterschied in der Beschaffenheit dieses Geläutes gegenüber dem aus anderen Regionen.

Während dort die Kuhglocken allesamt gegossen waren und an einem Lederriemen am Hals des Tieres hingen, waren die hiesigen Schellen geschmiedet (man denke an die Schellenschmiede des Dorfes Grund im Siegerland). Jede von ihnen hing einzeln an einem aus eichenem Haubergsholz geschnitzten Bügel, dem „Schellenbügel“, welcher mit wunderschönem Schnitzwerk und bunter Bemalung verziert war. Ein einfaches Herdengeläut bestand aus 15 Schellen, die klanglich vollkommen aufeinander abgestimmt waren. Die Ais-Schelle war die größte davon und hatte den dumpfesten Klang. Sie wurde stets von einer älteren Kuh getragen.  An dieser Stelle sei auch an das „Schellentragen“ erinnert, das jedes Frühjahr am ersten Tag des Viehaustriebes stattfand und wobei das komplette Herdengeläut von den älteren Schulbuben durch das ganze Dorf getragen wurde.

Wenn man die Ausdehnung der Geläute einige Jahrzehnte vor dem Erlöschen des Weidebetriebes betrachtet, kann man feststellen, daß ihr Verbreitungsgebiet deckungsgleich mit dem der Haubergs-wirtschaft war. Dieser Zusammenhang läßt sich aber noch tiefer ergründen. So vertritt Hörmann - ein exzellenter Erforscher von Herdengeläuten - die Meinung, ein in alten Sach- und Namensüberlieferun-gen stehendes Herdengeläut sei immer ein Merkmal von altem Freibauerntum, was wiederum die These vom Land der freien Männer an Dill und Roßbach unterstreichen würde.

 

Bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war noch der wunderschön abgestimmte Schel-lenklang in und von den Haubergen zu hören. Dann aber verschwanden Herden und Herdengeläut innerhalb kurzer Zeit aus unseren Dörfern und Bergen. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt für die Ernährung unserer Vorfahren war die Behainung der jungen Hauberge mit „Haakorn“ (Hainkorn). Die Aussaat von Buchweizen, „Heidloff“ war sein im Land gebräuchlicher Name, hat dagegen, soweit es unsere Gegend anbelangt, nur eine geringe Bedeutung besessen. Vielleicht mag das im späten Mittelalter - erst seit dem 15. Jahrhundert ist die zu den Knöterichgewächsen gehörende Pflanze in Deutschland bekannt - anders gewesen sein, doch in späterer Zeit fungierte der „Heidloff“ sozusagen nur als Lückenfüller.Das geschah in der Hauptsache dann, wenn man mit den Vorbereitungen für die neue Aussaat im jungen Hauberg, nämlich mit dem hacken, dem Brasen brennen und dem hoachen, nicht rechtzeitig fertig wurde und somit das herbstliche Säen des Hainkornes unterbleiben mußte. Dann wurde im nächsten Frühjahr anstatt des weniger ergiebigen Sommerroggens meistens Buchweizen ausgesät.   

 - Die höchsten Berge sind mit Korn besät – so war es ganz am Anfang zu lesen. Was muß das für ein Von der Haincher Höhe bis zur Tiefenrother Höhe, vom Bolzenberg bis hin zum Alteberg und vom Barmbergs Kopf bis zum Knochen alles lauter Hauberge. Und Teile davon waren, je nach Abtriebs-rhythmus, im Spätsommer vollgestellt mit „Kornhausten“ aus frisch geernteten Garben. Welch ein grandioser Anblick hat sich dem damaligen Betrachter geboten.Bild gewesen sein; der ganze einjährige Hauberg ein einziges Ährenmeer, nur unterbrochen von den frisch ausgeschlagenen „Bredden“, den neuen Trieben. Und kein Blick wurde verstellt von irgendwelchen Nadelbäumen, denn „Tannen und Fichten sind wenig oder keine hie“, so steht es im Senckenbergschen Bericht. 

 

Von der Haincher Höhe bis zur Tiefenrother Höhe, vom Bolzenberg bis hin zum Alteberg und vom Barmbergs Kopf bis zum Knochen alles lauter Hauberge. Und Teile davon waren, je nach Abtriebs-rhythmus, im Spätsommer vollgestellt mit „Kornhausten“ aus frisch geernteten Garben. Welch ein grandioser Anblick hat sich dem damaligen Betrachter geboten. Daß sich hierüber auch schon frühere Generationen gefreut haben, bezeugt eine Stelle in „Aus der Beschreibung des Amtes Ebersbach von 1785“. Da heißt es: „So trifft man in jeder Gemarkung einen einjährigen, 2, 3 und sofort mehrjährigen Hau an. Man ziehet alles Holz von seiner Jugend bis zu seinem Alter. Freude gewährt der Anblick Jedem, allda fruchtbare Felder zu sehen, wo er vorher nichts als Waldungen – und Waldungen zu sehen, wo er sonst Fruchtfelder sah“.  

Zur Schonung der jungen Stockausschläge wurde das Hainkorn generell nur mit der Sichel gemäht. Das gedroschene Stroh davon soll sich, laut mündlicher Überlieferung der Alten, ganz vorzüglich zum Decken von Strohdächer geeignet haben.Im Jahre 1311 wird in einer Urkunde erstmals die Eichenlohe als Gerbmittel erwähnt, was aber nicht bedeuten muß, daß man sie  erst ab dieser Zeit zum Gerben gebrauchte. Für die Haubergsbauern jedenfalls wurde die Gewinnung von Lohrinde zu einer sehr wichtigen und auch sicheren Einname-quelle. Die heimischen Gerbereien, und davon gab es zahlreiche, waren auf  sie angewiesen und garantierten dadurch ihre Abnahme. Aber so um 1890 zogen sich – wieder einmal -  dunkle Wolken über unserer Haubergswirtschaft zusammen. Aus Argentinien wurde das Quebrachoholz eingeführt, das sich mit seinem Säuregehalt sehr gut zum Gerben eignete. Und da es vor allen Dingen viel billiger als die Eichenlohe war, war diese auf einmal nicht mehr gefragt. Eine ganz wichtige Einnahmequelle der Haubergsleute war damit trocken gelegt worden.Es wurde zwar in kommenden Jahren immer wieder Eichenlohe verwendet, vor allem in Not- und Kriegszeiten, doch bei weitem nicht mehr in dem Umfang wie früher.Die letzte Lohe hat man, soweit es Offdilln betrifft, 1965 im Hauberg „hinter der Mühle“ geschält.Damals war aber nicht die Lohe das gefragte Objekt, sonder das beim Gartenmöbelbau benötigte  Eichenschälholz.  

Eine weitere Arbeit aus den Ursprüngen der Haubergsgeschichte, und die bei weitem ertragreichste,

war die Gewinnung von Holzkohle, ein in früheren Zeiten unentbehrliches Produkt bei der Eisen-

verhüttung. Die halbrunden Abflachungen, die man noch überall in unseren Wäldern findet, geben Zeugnis von ihrer Herstellung. „Koolnkaute“ nennt der Volksmund diese Plätze, wo bis zur Wende zum 20. Jahrhundert noch die Kohlenmeiler glimmten, denn brennen durften sie nicht, sonst war der ganze „Kool“ verdorben. Das Bild dieser Kohlenmeiler, auch als Platzmeiler bezeichnet, kennt man vielleicht von Abbildungen oder von Besichtigungen bestimmter Meilerstellen, wo heute noch regelmäßig Holzkohle für private Verbraucher erzeugt wird. Diese Platzmeiler hatten aber Vorgänger, die im frühen und hohen Mittelalter im Gebrauch waren und eine ganz andere Beschaffenheit hatten.  In sogenannten Grubenmeilern, etwa einen halben Meter tiefen Erdlöcher mit einem Durchmesser von rund zwei Metern, stapelte man das benötigte Holz und verkohlte es. Solche Meiler befanden sich fast immer in der Nähe der damaligen Schmelzöfen. 

Das Kohlebrennen war, wie schon festgestellt, zusammen mit der Lohegewinnung, eine der Haupteinnahmequellen der Haubergsbauern. Wurden diese Erzeugnisse gut verkauft, dann lachten immer blanke Gulden. Man mußte sie nur vorher selbst zu den Abnehmern hinbringen, was mittels Ochsen-gespann geschah. Die Eichenlohe erhielten die Haigerer und Dillenburger Gerbereien und die Holzkohle fuhr man nach den Hütten in Ebersbach, Haiger und Eibelshausen, teilweise auch zur Isabellen-Hütte nach Dillenburg. 

In den 1860er Jahren widerfuhr der Köhlerei eine dramatische Veränderung, die fast schon einer Katastrophe gleichkam und die Haubergsköhler vor unlösbare Probleme stellte. Mit erfolgtem Eisen-bahnbau - besondere Auswirkung hatte die Strecke Köln-Betzdorf-Gießen - war eine Verbindung zu den auswärtigen Steinkohlezechen hergestellt worden. Damit erhielt die  Eisenverhüttungsindustrie die Möglichkeit, von der Holzkohle auf die viel billigere Steinkohle überzugehen. Dem Hauberg, der jahrhundertelang eine ganz wesentliche Rolle im heimischen Wirtschaftsleben gespielt hatte, ging damit seine wichtigste Existenzgrundlage verloren. 

 

Die damalige Haubergswirtschaft war ja eine auf ganz bestimmte Zwecke gerichtete, den Bedürfnis-sen der im Haubergsgebiet lebenden Menschen angepaßte intensive Waldnutzung, die übrigens im gesamten deutschsprachigen Bereich ohne Beispiel war und immer noch ist. Und dieser Haubergs-wirtschaft wurden im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts durch den Verlust von Holzkohle und Eichenlohe ganz brutal ihre Lebensadern entzogen, wovon sie sich nicht wieder erholen sollte. Zwar war der Köhlerei kein abruptes Ende beschert; sie war vielmehr, so würde man es heute nennen, ein Auslaufmodell. Nur bei ganz speziellen Wärmebehandlungen und Schmelzvorgängen wurde die Holzkohle noch verwendet, daher blieb ihr Verbrauch auf geringe Mengen beschränkt. Der letzte Köhler in Offdilln war Friedrich Schmidt, „d‘r Mellersch Friedrich“, der noch bis um 1925 Holzkoh-len an die optische Industrie lieferte. Die Stelle, an der seine Meiler rauchten, ist noch gut im Gelände erkennbar.

So blieb von der einst blühenden und gut funktionierenden Haubergswirtschaft  mit ihren verschiede-nen Wirtschaftsformen nicht mehr allzuviel übrig. Bis zum 2. Weltkrieg hat man die Behainung der Hauberge mit Haubergskorn beibehalten; sie wurde sogar in der Arbeitslosenzeit der 1920er und 30er Jahre stark intensiviert, dann aber gänzlich eingestellt. Lediglich direkt nach dem Krieg sind noch einmal, ganz individuell, kleinere Haubergsparzellen bei verschiedenen Dörfern mit Korn eingesät worden. 

Die Zeiten, wo unser Hauberg der Garant für Lohn und Brot war und damit für ein relatives Wohlerge-hen der hier lebenden Menschen sorgte, sind seit vielen Jahrzehnten vorüber. Aus der früher so vielseitigen Haubergsnutzung ist nur noch die Holzgewinnung übrig geblieben, die übrigens in den Zeiten der florierenden einheimischen Gartenmöbelindustrie, soweit es das Eichenholz betraf, recht lukrativ war. Seitdem diese aber seit einigen Jahren stagniert, bzw. andere Holzarten verwendet, hat sich deren Bedarf an Haubergseichen enorm reduziert. Somit ist auch dieser, in finanzieller Hinsicht recht gute Anreiz für die Haubergsarbeit nur noch in geringem Maße vorhanden. Geblieben ist hauptsächlich die Nutzung für Brennholz.

Eines hat sich aber auch nach vielen Jahrhunderten im Haubergsgebiet nicht geändert: die Schönheit dieser Landschaft. Obwohl manches von Menschenhänden verändert wurde und teilweise ganze Hauberge durch Bepflanzung mit anderen Baumarten regelrecht entstellt worden sind, hat sich unser Haubergsland sein charakteristisches, einmaliges Aussehen bis zum heutigen Tage größtenteils bewahren können. Zwar sind die alten Viehtriften mit ihrem Wacholder-, Heidekraut- und Arnikabewuchs nicht mehr vorhanden, und auch die dort vom Vieh in hunderten von Jahren getretenen „Päädchen“ sind ver-schwunden oder kaum noch erkennbar. Aber geblieben ist der jedes Jahr wiederkehrende Aspekt der frisch geschlagenen Hauberge mit den oft atemberaubenden Fernblicken, die uns diese, nun vorübergehend baumfreien, Haubergsteile ermöglichen.

Geblieben ist auch die mannigfaltige, artenreiche Haubergsflora und –fauna mit oft sehr seltenen Exemplaren, die schon Senckenberg vor 270 Jahren fasziniert haben und die man hier nicht alle aufzuzählen vermag.

Aber eines vermögen wir! Wir können uns dafür einsetzen, daß diesen Haubergspflanzen und der mit ihnen im Einklang lebenden Tierwelt, kein weiterer Lebensraum mehr entzogen.

Beschreibung des Amtes Ebersbach in 1785 durch Pfr. Dapping undwird. Und daß die noch vorhandenen wunderschönen und einzigartigen heimischen Landschaftsbilder für alle Zeiten erhalten bleiben und nicht durch andere Waldformen vernichtet werden. Hierbei mitzuwirken, und nicht jeder geplante Veränderung der Haubergslandschaft kritiklos zustimmen, sollte ein Anliegen der gesamten Öffentlichkeit sein.

                                                                                              H.S.

 

Quellen: Karl Löber, Johann Christian Senckenberg 1736 im Siegerland.

             Beschreibung des Amtes Ebersbach in 1785 durch Pfr. Dapping und

             Amtmann Becker.

 

                 "Ein Relikt vergangener Haubergskultur"

Wie viele Jahrhunderte dieser einst starke Recke seinen Stand als unübersehbares Malzeichen an der  Haubergsgrenze zwischen Offdilln und Weidelbach hatte, ist uns nicht bekannt. Erwähnung findet der alte Grenzbaum erstmals 1807 in einer alten Urkunde, wo er zusammen mit anderen – längst verschwundenen - Malbäumen derselben Kategorie in einer Grenzangelegenheit aus dem Dunkel der Geschichte auftaucht. Mit Sicherheit hat er hier schon gestanden, als über den nahen, uralten Verbindungsweg - der ehemals auf der Haincher Höhe die von Köln kommende und über Marburg bis ins thüringische führende Heer- und Handelsstraße verließ, seinen Kurs zuerst nach der Struth hin nahm und dann weiter in Richtung Wetzlarer einschlug - noch die Ochsen- und Pferdegespanne rollten und die oft derben Worte der Fuhrleute durch den Haubergswald hallten. Unmittelbar neben dieser alten Trasse, die sich noch immer stellenweise als unübersehbarer Hohlweg präsentiert, verläuft der später angelegte Herzogsweg und trennt den Offdillner Haubergsteil „Trittelbach“ von dem Weidelbacher „Huberg“.

In voller Kraft hat die stolze Haubergseiche, deren klägliche Reste auf dem Foto zu sehen sind, einst hier grenzbestimmend gestanden, hat viele Generationen von Haubergsleuten kommen und gehen sehen, hat den Naturgewalten getrotzt und sich den unzählbaren Umweltbelastungen entgegengestemmt und gegen sie angekämpft. Und wurde letztendlich besiegt! 

 

Die orkanartigen Stürme im Jahr 2007, allen voran „Kyrill“, haben dem markanten Grenzbaum  den entgültigen Garaus beschert, den schon vor gut hundert Jahren die damals rundum gepflanzten Fichten eingeläutet hatten. Von diesen immer mehr bedrängt, in seinem Lebensraum eingeengt und mit den Jahren sogar überragt, wurde ihm schließlich das lebensnotwendige Sonnenlicht entzogen und damit auch nach und nach sein Lebenswille gebrochen. In seinen mittlerweile hohl gewordenen Stammteilen fanden nun für längere Zeit Specht, Rauhfußkauz und Hohltaube geeigneten Wohnraum und manche anderen Tierarten fühlten sich ebenfalls in seiner Umgebung wohl.

 

Das alles ist nun Vergangenheit. Ein einzelner grüner Zweig ist von einstiger Pracht und Herrlichkeit noch übrig geblieben und verdeutlicht damit die immerwährende Vergänglichkeit von allem Wesen auf unserer schönen Erde, mag es auch anfänglich noch so stark und fest erscheinen.

 

Vor 240 Jahren, am 9. November 1777, wurde die neue Offdillner Kapelle geweiht

Schmuck sieht sie aus, die Offdillner Kapelle, sowohl von außen wie auch von innen.

Damit hatten sicherlich die wenigsten Offdillner Leute gerechnet, dass sie schon so bald die Weihe ihrer neuen Kapelle begehen konnten. Erst im Herbst 1776 war seitens der Gemeinde ein Bauantrag an die Landesregierung in Dillenburg erstellt worden, der dann allerdings schnell und ohne größere Probleme von dieser genehmigt wurde. Daher konnte schon im zeitigen Frühjahr 1777 mit dem Bau des neuen Gotteshauses begonnen werden, wobei viele auswärtige Hilfskräfte eingesetzt wurden. Aber auch die Dorfleute beteiligten sich am Bau. In den dorfnahen Steinbrüchen brachen sie die Mauersteine ˗ und das waren nicht wenige, denn die ganze Kirche wurde massiv errichtet ˗ karrten diese herbei und übernahmen auch alle anderen Transportfahrten.

Es hatte anscheinend alles wunderbar und reibungslos funktioniert, denn schon am 5. November des gleichen Jahres konnte das Oberkonsistorium der Landesregierung die Fertigstellung des Gotteshauses vermelden. Und am 9. November 1777, nach nur achtmonatiger Bauzeit, erfolgte dann unter größter Anteilnahme der Bevölkerung und aller am Kapellenbau beteiligten Honoratioren, die Einweihung. Die Weihepredigt wurde von Pfarrer Ernst Justus Müller gehalten, der von 1768 bis 1781 erster Pfarrer des Kirchspiels Bergebersbach war. Der Originaltext dieser Predigt ist vollständig erhalten geblieben und befindet sich im Staatsarchiv Wiesbaden. Dieser Text, er behandelt die Verse 11 und 12 aus Jesaja 54, kann aber wegen seiner enormen Ausdehnung ˗ die Predigt hat sicherlich über zwei Stunden gedauert ˗ hier nicht wiedergegeben werden. Daher werden nur die beiden angegebenen Verse angeführt. Sie wurden seinerzeit folgendermaßen niedergeschrieben: „Ich will deine Steine wie einen Schmuck legen, und will deinen Grund mit Saphiren hegen, und deine Fenster aus Crystallen machen, und deine Thore von Rubinen, und alle deine Grenzen von erwehlten Steinen“.

Abschließend wurde den Anwesenden noch folgende Empfehlung von der Kanzel mit auf den Weg gegeben. Sie ist in Jesaja 2 nachzulesen und wird hier ebenfalls im Originaltext vorgestellt: „So offt euch die Glocke dieser Capelle zusammen ruft, so offt ermuntert euch aus Esai Cap.II: Kommt lasset uns auf den Berg des Herrn steigen, zum Hauße des Gottes Jacob, dass er uns lehre seine Rechte und wier wandlen auf seinen Steigen. Kommt ihr vom Hauße Israel, und lasset uns wandlen in dem Licht des Herrn. So offt ihr an die köstlichen Saphirsteine gedencket, so offt müsst ihr euch insgesambt, und ein jeder insbesondere, seines Grundes sich versichern, dass auch der Herr Jesus sein Saphir Grund sey, um an demselben in wahrem Glauben Antheil zu haben, anbey mit einem heiligen Eiffer in Vertheidigung der Wahrheit auch allzeit beschäfftiget erweisen, ja, ein jedes Glied, es mag so gering seyn als es will, muß seine Gaben zum Glanz der Kirche mit beytragen, damit so der ganze Umcreyß der Mauern Zions seine köstlichen Steine zeigen, und der Glanz der himmlischen Tugenden als so viele köstliche Edelgesteine an ihnen leuchten möge. Und, o wohl auch, wann ihr so suchet zu wandlen und allenthalben die Zierlichkeit als geistliche Zionsbürger lasset hervorleuchten. Gewisslich, der Eingang der himmlischen Stadt wird euch dereinstens geöffnet werden, und euch zum Besten der Befehl an die Engel Gottes ergehen. Thut die Thore auf, dass hereingehe das gerechte Volk, das Volk das den Glauben bewahret hat. Amen“.

Folgendes wurde als Nachtrag angeführt: „Gepredigt zu Offdilln auf hohen und gnädigen Befähl eines Hochfürstlichen Ober Consistorii. Den 9ten Nov. 1777, als die Offdiller Capelle eingeweihet wurde“.

Damals war allerdings der Chorraum nur weiß gekalkt, denn mit der eigentlichen Ausschmückung der Kapelle wurde erst 1781 begonnen. Aber was dann dort von Meister- und Künstlerhänden angefertigt wurde, lässt den stillen Betrachter auch heute noch ehrfürchtig erstaunen. Es ist nicht möglich, all die barocken Malereien und Holzschnitzarbeiten, die man schwerlich in einer reformierten Kirche vermutet, hier aufzuführen. Man muss sie ganz einfach an Ort und Stelle selbst betrachten. Auch die mit reichhaltigen Schnitzmotiven geschmückte zweiflügelige Kirchentüre - samt dem schmiedeeisernen Schloss und dem kunstvoll geschmiedeten Türgriff - ist durchaus einer näheren Besichtigung wert. Der Kirchenbau hatte allerdings auch seinen Preis. Die Gesamtkosten bezogen sich auf 2058 Gulden und übertrafen damit die zu Baubeginn einkalkulierten 1300 Gulden ganz erheblich. Diese zur damaligen Zeit nicht geringe Summe sollte der Offdillner Gemeinde in den Folgejahren noch manche Probleme und Sorgen bereiten. 

Bei diesem Festakt hätte die neue Kapelle nicht alle Besucher fassen können und nicht wenige hätten darum vor der offenen Kirchentür ausharren müssen, so jedenfalls wurde es von den Alten unseres Dorfes weitergegeben. In schöner und sauberer Fraktur- Schrift sind oberhalb der Kanzel die Namen der Männer eingetragen, die beim Kapellenbau die Verantwortung trugen.  

Auf anstaldt der Gemeinde all hier, ist diese Kirche zu Gottes Ehren,

Im Jahr Christi 1777neu erbauet, Baumeister Johann Henrich

Hofman u. Johann Dangel Bedebenner,

Dermaliger Heimberger Johannes Hof=

man, collecteurs Johannes moos u. Henrich Cuntz, Verfertiget durch den

Maler Georg Ernst Justus Kayßer, von gros Gladenbach MDCCLXXX

Da Johann Henrich Hofman Heimberger, Dangil Ortmann vorsteher,

Jacob bedebenner, Johannes Kraetzer, Johann Henrich Hofman junior als

vorsteher.

 

240 Jahre sind nun seit dieser ersten Predigt in der neu errichteten Kapelle vergangen, und das führt zum Nachdenken. Wie viele Pfarrer und Prediger mögen in dieser Zeit Gottes Wort von der Kanzel verkündet haben? Und wie groß mag die Zahl der Gläubigen sein, die dieses Wort in all den Jahren hier hörten, aufnahmen und vor allem auch bewahrten?

 

                                                                                    Harro Schäfer

 

 

               Beim Dorfschuster

In fast jedem Dorf gab es in früherenJahren einen Dorfschuster, der in seiner

Schuhmacherwerkstatt, „Schusderstoob“sagte man damals dazu, das schadhafte

Schuhwerk der ansässigen Bevölkerungwieder in Ordnung brachte, beziehungs-

weise auch neues anfertigte. In derHauptsache waren es aber „de genaaldeSchoij“, die, nach dem Verschleiß oder

Verlust gewisser Eisenteile, zur Reparatur bei ihm abgeliefert wurden. In Offdilln waren bis Anfang der 1960erJahre noch zwei aus dieser Zunft tätig. Einer davon, der Schuhmachermeister Martin Moos, hatte bald nach dem ersten Weltkrieg sein Geschäft eröffnet. Von ihm wurden bis Ende der 1940er Jahre noch Lehrlinge ausgebildet.

Unsere Aufnahme zeigt Albert Kretzer, den anderen Schuhmacher in unserem Ort, um 1928 in seiner Schusterstube. „Schuster-Albert“ wurde er im Dorf genannt. Er ist seinerzeit wohl einer der ersten Lehrlinge gewesen, die bei Martin Moos das Schuhmacherhandwerk erlernten.     

Sein ihm gegenüber sitzender „Geselle“, der Mann mit der Brille, ist Walter Wachenfeld. Dieser war damals mit der zweiten Lehrerstelle an der Offdillner Volksschule betraut. Die Schusterstube war ein beliebter Aufenthaltsort. Ob ein Besuch beim Schuster nun notwendig war oder nicht, er wurde meistens gerne getätigt, boten sich doch hier die besten Aussichten zu einer Kommunikation mit anderen Leuten. Hier bestand immer die Möglichkeit, die neuesten Nachrichten zu erfahren, sowie die eigenen Erkenntnisse den staunenden Zuhörern mitzuteilen. Kurz, alles Vorgefallene, ob wichtig oder nicht, wurde hier bekannt gemacht und meistens auch genau analysiert.

 

 

                                                                                  Harro Schäfer

Von leuchtenden Birken und getarnten Waldschnepfen

Harro Schäfers neues Buch: Eine spannende Entdeckungsreise durch eine lebendige Kulturlandschaft


Harro Schäfers neues Buch: Eine spannende Entdeckungsreise durch eine lebendige Kulturlandschaft
Harro Schäfer gehört einer
Generation an, die das alte
Dorf noch erlebt hat, als die Arbeit
ein Teil der Lebenswelt
des Dorfes war. Er kannte noch
Menschen, die ihm von seinem
Dorf im vorletzten Jahrhunderts
erzählen konnten,
was er sich gut merkte. Er hat
sich ein selten umfangreiches
volks- und naturkundliches
Wissen seiner Heimatregion
erarbeitet. Menschen seines
Schlags mit diesem Wissen,
das zum Teil noch selbst erfahren
ist, gibt es noch in wenigen
Dörfern. Es wird sie nach
ihnen und ihm, dem „Haubergsprofessor“,
nicht mehr geben.

 

Die zehnte Schrift des Offdillner Heimatforschers widmet sich dem „Lebensraum Haubergswald“.

 

Seit 2009 veröffentlicht Harro Schäfer jedes Jahr im Rahmen einer schön
aufgemachten Schriftenreihe Aufsätze mit wechselnden Themen zur Geschichte seines Dorfes Offdilln: Um einige Titel zu nennen: „Weihnachtsgeschichte im Dialekt‘; „Die Kirchen-und die Schulgeschichte‘; zuletzt „Bemerkungen über
die Haubergswirtschaft‘. In der jetzt so herb-schönen Landschaft der Hauberge führten einst die Bauern ihren Überlebenskampf. Mit der Köhlerei und später mit der Gewinnung von Eichenlohe erschlossen sie sich eine zusätzliche

Erwerbsquelle.

 

Die Haubergswirtschaft war ein im Laufe von Jahrhunderten genossenschaftlich
austariertes System der Waldbesitzer, das dafür sorgte, dass immer nur kleinere Parzellen Niederwald „abgetrieben“ wurden und wieder aus dem Stock heraus wachsen konnten. Mit der Köhlerei und später mit der Gewinnung von Eichenlohe
erschlossen sich die Bauern eine zusätzliche Erwerbsquelle Ohne diese festgelegte Ordnung der Nachhaltigkeit wäre der Wald der Köhlerei ganz zum
Opfer gefallen. In diesem Jahr nun hat sich Schäfer ganz der Gegenwart, der auffallend vielfältigen Flora und Fauna in den Haubergen zugewandt und dokumentiert sie durch ausgezeichnete Fotos; darunter sind auch Aufnahmen
von seltenen Pflanzen und Tieren, die nur einem ganz geduldigen Kenner und Beobachter gelingen konnten, der für manche faszinierenden Schnappschüsse in Herrgotts Frühe auf der Lauer gelegen haben muss.
Schon als Kind begann er im Dorf zu fotografieren, ein frühes
Bedürfnis, Beobachtetes festzuhalten. So finden wir auch ein Foto des heute so seltenen und scheuen Haselhuhns, das kaum jemand noch zu Gesicht bekommt. Er hat es als Junge erspäht und aus der Nähe fotografiert.
Harro Schäfer liebt seine Landschaft und ist ihr guter Erzähler. Seine Schrift gleicht einer spannenden Entdeckungsreise über Pfade zu den Quellen, durch Flora und Fauna. Er ordnet nicht schematisch nach Alphabet, sondern er schildert
die Pflanzen und Tiere im Rhythmus der Jahreszeiten.
„Kurz nach der Schneeschmelze leuchten die Birken besonders hell“, so führt er uns ein in den Frühjahrsanfang. Der Leser stößt im Laufe der Schrift auf bekannte und auf noch nie gesehene Arten von Tieren, Insekten und Pflanzen, an die er
nie gedacht, an denen er sonst vielleicht achtlos vorbeigegangen ist.
                       

                            „Sonst geht man
                             achtlos vorbei“

 

Manche zeugen für ihre Herkunft aus der Geschichte dieser Landschaft: Der Saatholzzahn und das wilde Stiefmütterchen waren ursprünglich Bewohner
von Feld- und Ackerfluren, wo sie heute nicht mehr zu finden sind. Die armen Bauern nutzten einst jedes Fleckchen Erde und haben so auch die jeweils
noch jungen Hauberge eingesät. Dabei kamen mit dem auf dem Acker gewonnenen unreinen Saatgut auch diese im Wald nicht heimischen
Pflanzen in den Hauberg. Was in der Broschüre alles sprudelt, glüht und blüht. So der Seidelbast, der gegen die einst weit verbreitete Diphterie eingesetzt wurde; das Waldläusekraut mit wunderbar rosa Schnäbeln, das zu seinem lausigen
Namen kam, weil es auch gegen Ungeziefer und Läuse verwendet wurde. Was da krabbelt und fliegt: so der Nachtfalter „kleines Nachtpfauenauge“, der nach dem Entschlüpfen niemals Nahrung aufnimmt, bis er stirbt. Schäfers Fotos zeigen, wie dieses Lebewesen entsteht.
Es gibt eine entscheidende Eigenschaft des Haubergeswaldes, die diese besondere Pflanzenvielfalt verursacht: Die kleinen Parzellen der Hauberge
werden im Wechsel alle zwanzig Jahre „abgetrieben“ und erhalten mal viel, mal wenig Sonnenlicht. Das lockt Pflanzenfamilien an, die sonst nicht im Wald miteinander oder nebeneinander leben. Die Darstellung eines

zusammenhängenden Biotops macht klar, wie wenig wir sonst
sehen und wissen von einer so üppigen Natur, selbst beim Wandern nicht und vor allem, wenn wir nur im I-phone blättern und dabei Eindrücke wie Konfettiregen erleben. Harro Schäfer aber ist ja von Kind an vertraut mit seiner Landschaft.
Seine Schrift kann uns neugierig machen, eine „ganze Sache zu erfahren.

(ath/öah)
„Lebensraum Haubergswald“ von Harro Schäfer, Hrg: Heimat und Geschichtsverein Offdilln; großformatig, 40 Seiten; Verkauf: Tobias Dittmann
Offdilln, Sohlstraße 6 Tel. 01713418832/ Harro Schäfer Offdilln, Mühlwiese 3

Tel 02774/3592/ Buchhandlung Rübezahl Dillenburg/Rathaus Stadt Haiger/Volksbank Dill e.G. Ewersbach; Weihnachtsmarkt Offdilln am 02.12.2017.
Harro Schäfer hat seinem Heimatort
Offdilln ein weiteres Buch gewidmet.
(Foto: Stadt Haiger)

„Flammender“ Hauberg, eine Betrachtung über den Besenginster

Harro Schäfer

Nirgendwo sonst kann man die Ginsterblüte schöner und ausgeprägter betrachten, als in unserem Haubergsland. Alljährlich ist es eine Augenweide, wenn gegen Mitte Mai diese gelbe Pracht wie aus dem Nichts aus dem dreijährigen Hauberg hervorbricht und alles zu brennen scheint. Denn drei Jahre dauert es, bevor aus dem über zwanzig Jahre im Erdreich ruhenden Ginstersamen wieder blühende Pflanzen entstehen, die dann in den beiden sich anschließenden Jahren ihre volle Blühreife erlangen. Und diese Massenblüte setzt sich auch in den folgenden Jahren fort, und zwar so lange, bis aus den Stockausschlägen ein hoch gewachsener Haubergswald wird, der den Ginster immer mehr überdeckt

und schließlich zum Absterben bringt. Dass dieser Samen – so hat man anhand von Kahlschlägen festgestellt - sogar nach über hundertjähriger Ruhezeit seine volle Keimfähigkeit behalten hat, kann man ganz schlicht als ein Wunder der Natur bezeichnen.

„Giesterhaa“ (= Ginsterhain) nannten früher die hier lebenden Leute einen solchen Haubergshang, eine Bezeichnung, die im benachbarten Dillbrecht sogar zu einem Flurnamen wurde. Schon vor langer Zeit hatte man den Nutzen erkannt, den der Besenginster für das Wachstum der Hauberge erbrachte und ihn deshalb schon beizeiten unter Schutz gestellt. In der durch Graf Johann den VI. erlassenen „Holz und Waldordnung“ von 1562 wurde es erstmals verboten, den Ginster aus den Haubergen zu entnehmen. Das Bild von dem blühenden Ginsterhain wurde in der Offdillner Haubergsflur „Holzwiese“ aufgenommen.

 

 

Harro Schäfer

Ein ganzer Haubergshang sieht „Rot“

Digitalis purpurea

Atemberaubend schön sieht es aus, wenn im ausklingenden Monat Juni der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) im jungen Hauberg in voller Blüte steht. Geschätzt könnten es eine Million Pflanzen sein, die hier am Haubergshang in einem recht ansprechenden Kontrast zu den austreibenden Stockausschlägen stehen. Zwei Jahre hat es seit dem Abtrieb dieses Haubergsteils gedauert, auf unserem Bild ist es die „Vordere Hard“ im Offdillner Hauberg, ehe sich die gut eineinhalb Meter hoch wachsenden Stauden in ihrer ganzen purpurnen Pracht präsentieren konnten.

Dass aber der Rote Fingerhut zu den stärksten Giftpflanzen unserer heimischen Pflanzenwelt zählt, ist ihm rein äußerlich nicht anzusehen. So wird es dem vorüberziehenden Wandersmann auch sicherlich in keinster Weise bewusst sein, dass der ganze von ihm bewunderte Haubergshang in Wirklichkeit ein einziges Giftmeer ist. Aber gerade diese Giftigkeit macht die Staude auch zu einer unentbehrlichen Heilpflanze. Denn seitdem in 1775 ein englischer Arzt einem kundigen Kräuterweib deren Geheimrezept entlockte und dabei den großen Einfluss des Fingerhuts auf die menschliche Herztätigkeit entdeckte, haben sich die daraus gewonnenen Präparate und Arzneimittel zu klassischen Herzmitteln entwickelt.

Doch durch solche Gedanken sollten wir uns nicht die Freude an dem wunderschönen Anblick nehmen lassen, den wir noch zwei weitere Jahre hier haben können. Denn auch in den beiden folgenden Jahren wird diese Blütenpracht, zwar immer mehr abnehmend, an gleicher Stelle zu bewundern sein, um dann bis zum erneuten Abtrieb dieses Berges, nach vielleicht zwanzig Jahren, wie im Nichts zu verschwinden.

 

Harro Schäfer

Die Beweidung der Hauberge

 

Ursache für langjährige Grenzstreitigkeiten unter den benachbarten Dörfern

 

Zu den ältesten Haubergsnutzungen gehörte die Beweidung der mehrjährigen Hauberge durch die dörflichen Viehherden. In unterschiedliche Territorien, eingeteilt je nach Rinder- oder Schafweide, war sie für den Viehbestand unserer Dörfer bis gegen Ende der 1950 er Jahre eine unentbehrliche Einrichtung. Seit alter Zeit gab es dazu auch strenge gesetzliche Vorschriften, die das komplette Wachstum der Hauberg im Blickfeld hatten und zwingend einzuhalten waren. Die wichtigste Regel bestand darin, dass nach dem Holzabtrieb eines Berges eine gesetzliche Schonzeit von vier bis sieben Jahren - früher als Hegung bezeichnet – eingehalten werden musste, ehe Hirten oder Schäfer diese Fläche mit ihren Herden wieder nutzen durften. Hier wäre zu vermerken, dass die Schafherde schon den vierjährigen Hauberg beweiden durfte, die Rinderherde aber erst dann, wenn die jungen Lodenausschläge eine bestimmte Höhe erreicht hatten und damit dem Zugriff des Viehs entwachsen waren. Wenn also das Ganze sorgsam und in vernünftigen Grenzen betrieben wurde, konnte dem Hauberg kaum Schaden durch die Viehtrift entstehen.

Dieses Viehtreiben in die Hauberge – die Alten nannten es Weidgang - war früher eine zwingende Notwendigkeit, denn in der offenen Feld- und Wiesenflur waren die Möglichkeiten einer Beweidung nicht gegeben. Auch standen damals die gezüchteten und veredelten Futterpflanzen, die später eine vernünftige Stallhaltung ermöglichten, noch nicht zur Verfügung. Um aber einer mangelhaften Versorgung aus dem Wege zu gehen, blieben letztendlich nur die Hauberge mit ihren oft steilen Hanglagen als Äsungsfläche übrig. Sie waren daher, trotz ihrer eher mageren Vegetation, für die örtliche Weidewirtschaft schlichtweg unverzichtbar. So zogen dann über Jahrhunderte hindurch Herden und Hirten vom begonnenen Frühjahr an, meistens geschah der erste Viehaustrieb Anfang Mai, bis zum späten Herbst bis in die entlegensten Gemarkungsteile, um ja alle Futterressourcen zu nutzen. Und das Tag für Tag vom frühen Morgen bis zum späten Abend.  

 

 

 

Blick vom Romberg auf die Kurtenbacher Struth und den Bolzenberg. Wenn man die Fläche des jungen Haubergs betrachtet und bedenkt, dass sie einst laut Verordnung bis zu sieben Jahre vom Weidebetrieb ausgeschlossen werden musste, gewinnt man einen Einblick

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